Die Maona Rosa ist das dritte „Must-see“-Wrack in slowenischen Gewässern und vervollständigt das Trio mit der DTM Kec und der Gilda. Obwohl ihr die militärische Silhouette der Kec fehlt, ist sie aufgrund ihrer unglaublichen Artenvielfalt ein Favorit bei Tauchern.

Das Wrack der Maona Rosa – Der eiserne Riese von Piran
Mitten in der Bucht von Piran gelegen, ist die Maona Rosa ein stummer Zeuge des regen Schiffsverkehrs und der Gefahren in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu anderen Wracks war dies kein schnittiges Kriegsschiff, sondern ein schwer arbeitender Industrieleichter.
Was war eine „Maona“?
Eine Maona ist ein Typ großer, robuster Lastkahn mit Eisenrumpf, der typisch für die Adria war. Diesen Schiffen fehlte ein eigener Antrieb (keine Maschine), weshalb sie von einem Schlepper gezogen werden mussten. Sie waren die „Sattelschlepper“ der Meere und wurden für den Transport schwerer Schüttgüter wie Kohle, Salz oder Erz eingesetzt.
Der Untergang: Ein Ziel in der Bucht
Die Maona Rosa fand ihr Ende während des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte legt zwei mögliche Ursachen nahe, die beide typisch für diese Ära waren:
- Luftangriff: Örtlichen Aufzeichnungen zufolge nahmen alliierte Flugzeuge einen Schlepper ins Visier, der zwei Maonas durch die Bucht von Piran zog. Während der Schlepper und ein Leichter entkamen, wurde die schwer mit Bauxit (Aluminiumerz) beladene Maona Rosa getroffen und sank fast augenblicklich.
- Die Minentheorie: Einige historische Berichte deuten darauf hin, dass sie auf eine Seemine gelaufen sein könnte, während sie durch die schwer bewachten Gewässer bei Piran geschleppt wurde.
Das Schiff sank etwa 2,4 km (1,5 Meilen) südwestlich von Kap Madona (Piran). Glücklicherweise konnten die drei Besatzungsmitglieder an Bord rechtzeitig abspringen und wurden gerettet.
Das Wrack heute
Die Maona Rosa liegt auf einem schlammigen Meeresboden in einer Tiefe von 21 Metern.
- Struktur: Der Eisenrumpf ist etwa 28 Meter lang und 11 Meter breit. Er steht aufrecht, obwohl sein „Rückgrat“ (die internen Querträger) nun freiliegt und wie der Brustkorb eines riesigen Wals aussieht.
- Der Schlammfaktor: Da das Wrack auf schlammigem Grund liegt, kann die Sicht unvorhersehbar sein. Wenn das Wasser jedoch klar ist, wirkt der Anblick der gewaltigen Eisenkonstruktion, die aus der Dunkelheit auftaucht, geisterhaft schön.
- Verschollene Artefakte: Als das Schiff in den 1980er Jahren zum ersten Mal erkundet wurde, besaß es noch seinen großen 2,4 m langen Anker und das Steuerrad, doch diese wurden leider über die Jahrzehnte hinweg geplündert.
Eine Unterwasser-„Stadt“
Die Maona Rosa ist unter lokalen Tauchern nicht wegen ihres Stahls, sondern wegen ihrer Bewohner berühmt. Da sie den einzigen festen Unterschlupf in einer riesigen Schlammwüste bietet, ist sie zu einem massiven künstlichen Riff geworden.
- Meereslebewesen: Sie ist die Heimat von riesigen Meeraalen, Hummern und Schwärmen von Seebrassen.
- Das „Makro“-Paradies: Für Unterwasserfotografen ist das Wrack mit bunten Schwämmen und einer riesigen Vielfalt an Nacktschnecken (bunten Meeresschnecken) bedeckt.
Bedeutung
Die Maona Rosa repräsentiert:
- Industriegeschichte: Eine Erinnerung an den Massenguttransport, der die Wirtschaft der Region antrieb.
- Biologischer Wert: Einer der wichtigsten „Hotspots“ der Artenvielfalt im slowenischen Meer.
- Zugänglichkeit: Ihre relativ geringe Tiefe macht sie zu einem perfekten Ort für Advanced Open Water Taucher, um die Wracknavigation zu üben.
